2019 MTB Vogesen - vokra.de

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2019 MTB Vogesen

Auf Tour
Gipfelstürme in dichter Wolkendecke
Unterwegs auf den Höhen der Vogesen
vom 4. bis 8. Oktober 2019
Eine teutopedalos - Tour
"Die Route des Crêtes (dt: Kamm- oder Passstrasse) in den Vogesen zählt zu den schönsten Passstraßen der Welt. Herrliche Elsass-Bilder und Urlaubserinnerungen wie Postkartenmotive  sind hier garantiert..." Quelle
Wenn das mal keine Idee für ein paar goldene Oktobertage ist: Mit dem MTB dem Vogesen-Höhenwanderweg folgen, der über weite Strecken parallel zur Route de Crêtes verläuft.
Doch der Wetterbericht verheisst für unser Vorhaben eher Fotos im Regen als Postkartenmotive. Wir lassen uns nicht einschüchtern.  

Bei unserem Start in Belfort ist es noch trocken, doch in den Bergen vor uns zeichnet sich das Drama der nächsten Tage schon ab.
Die Unerschrockenen (Volker, Thorsten und Christof) posieren für das erste Grupenfoto vor dem Fort Dorsner (560m). Es ist unsere erste Begegnung mit kriegerischen Spuren. Die Höhen der Vogesen waren mehrfach blutiger Brennpunkt deutsch-französicher Auseinandersetzungen.
Mit jedem erklommenen Höhenmeter tauchen wir tiefer in die Wolkendecke ein. Erster Gipfelsturm erfolgt dann im strömenden Regen am Ballon d'Alsace (1241m). Jeder Kilometer des Aufstiegs ist für die Radfahrer mit einem bunten Schild markiert. Die Steigungs- und Entfernungsangaben sollen wohl motivieren, es den Tour de France -Fahrern nachzumachen.

Auf der Passhöhe angekommen flüchten wir uns zum Aufwärmen und Trocknen in die erstbeste Auberge. Dort offenbart sich ein kleiner Planungsfehler: Tagesetappe als Luftlinie angenommen. Bei Weiterfahrt über den Höhenweg würden wir unsere Unterkunft in Thann lange nicht mehr bei Tageslicht erreichen können. Also müssen die 1100 Höhenmeter auf der pitschnassen Strasse vernichtet werden.    
Mit dem Grand Ballon (1424m) steht uns eine weitere Herausforderung im Weg. Wenn man nur etwas von dieser Herausforderung sehen könnte:
Den unsinnigen Kämpfen des 1. Weltkrieges am Hartmannswillerkopf wird dort mit einem monumentalen Denkmal gedacht. Über 30.000 Tote soll es rund um den Felsen in exponierter Lage gegeben haben.
Kriegsgräber finden wir auch an abgelegenen Orten mitten im Wald, genauso wie in Beton gegossene Relikte von Festungsanlagen.  
Der letzte "Gipfelsturm" führt uns zur majestätischen Hohkönigsburg.
Die Strecke von der letzten Unterkunft in Châtenois bis zum Bahnhof verwöhnt uns mit komfortablen Wegen durch die Weinberge. Überall in den Hängen wuseln Menschen und Maschinen um die Traubenernte einzufahren.
Links von uns sind die Höhen der Vogesen immer noch unter dicken Wolken verborgen.
Kurzes Fazit:    
210 km, 4.150 hm
Gerade auch wegen der schlechten Witterung weichen wir so manches Mal vom Wanderweg ab und spulen einige Kilometer auf Teer ab. Die touristisch beliebte Höhenstraße haben wir fast für uns allein - im Sommer sieht das sicher ganz anders aus.
Als dann zwischendurch doch mal die Wolkendecke aufreißt und den Blick in die Rheinebene frei gibt, wird mir eins sofort klar: Hierhin muss ich noch mal zu einer anderen Jahreszeit zurückkehren! Bei Postkartenwetter!
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