2012 MTB Transalp - vokra.de

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2012 MTB Transalp

Auf Tour
MTB-Transalp September 2012
Von Scuol bis zum Gardasee
Auszug aus dem Tourbericht:   
. Durch das Val d' Uina nach Italien .
Zugegeben, ein wenig nervös war ich schon wegen diesem Tag. Der erste Tourentag und dann gleich diese Uina-Schlucht. Ein Poster von dem in den senkrechten Fels gehauenen Weg hatte ich eine Zeitlang zuhause im Fenster hängen. Ich hätte damals (und bis vor einer Woche) nicht gedacht, dass ich mal wirklich durch diese Schlucht kommen sollte. Und der Weg sieht nicht nur gefährlich aus, er ist es auch. Gestern Abend erzählen sich noch JH-Gäste von einem Holländer, der im Juli mit dem MTB tödlich abgestürzt ist. Wie ich später erfahre, hat er versucht, den Weg an den ausgesetzten Stellen zu befahren, und das bergrunter!
Kurz vor dem Einstieg in die Schlucht öffnet sich das Tal noch mal und gibt Platz für saftige Almwiesen. Die letzte bewirtschaftete Alm (Uina Daclaint) lasse ich trotz verlockender Vesper-Angebote links liegen.
Dann ist Schluss mit lustig. Der Fahrweg verläuft sich und geht in einen schottrigen Pfad über, der sich den Hang hochwindet. Das geht nur im Schieben und teilweise auch im nur im Tragen. Der Einstieg des in den Fels gehauenen Durchbruchs ist aber schon bald erreicht.
Vor dem ersten Tunnel ist eine Gedenktafel angebracht, die von der architektonischen Pioniertat berichtet. Allein das Lesen dieser Platte kostet schon Mut, da es ein Meter daneben ungesichert in den Abgrund geht. 1910 wurde dieser Weg auf Initiative und finanzieller Beteiligung Deutschen Alpenvereins DAV fertiggestellt. Der pure Wohlstand, kein militärischer oder wirtschaftlicher Hintergrund, von den Wandertouristen mal abgesehen.
Obwohl das Gefälle in diesem ausgesetzten Bereich erträglich ist, kann an Fahren nicht mal gedacht werden. Ich bin froh, bergauf unterwegs zu sein. Teilweise gibt es Geländer, teilweise nur ein Halteseil am Fels. Der Untergrund besteht aus losem Schotter und zwingt jeden Schritt mit Bedacht zu setzen. Immer wieder lege ich Pausen ein, um die spektakuläre Kulisse zu verinnerlichen. Weiter unten entdecke ich auch die anderen Biker, die gerade in die Schlucht einsteigen.
Nach insgesamt 2,5 Stunden seit Sur En habe ich den oberen Ausgang der Uina-Schlucht erreicht. Zeit für eine Schokoladenpause. Jetzt kommen auch noch einige andere Biker hoch, mit denen ich dann die letzten Kilometer bis zur Passhöhe über die Hochebene zurücklege. Die Passhöhe ist durch einen Weidezaun mit Drehkreuz markiert und stellt gleichzeitig die Grenze zu Italien dar. Der Himmel ist knietschblau – was für ein Tag!  
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